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Einer für zwei Verbände

Rotes Kreuz – Aus Darmstadt nach Dieburg: Tim Wittwer führt nun auch DRK-Kreisverband

Tim Wittwer ist seit vier Monaten neuer Geschäftsführer des DRK- Kreisverbands Dieburg. Foto: Melanie Schweinfurth

Es ist ein vertrautes Arbeitsgebiet für den Einundvierzigjährigen, denn beim DRK Kreisverband Darmstadt-Stadt arbeitet er bereits seit fünf Jahren in der Geschäftsleitung. „In Darmstadt gibt es zwei Geschäftsführer, wobei ich für die kaufmännischen Aufgaben zuständig bin“, erläutert der Betriebswirt, dessen Laufbahn beim DRK 1988 begann. Zunächst im Katastrophenschutz tätig, arbeitete er als Sanitäter und Rettungssanitäter, später als Ausbilder. Hauptamtlich ist Wittwer seit 13 Jahren beim DRK Darmstadt beschäftigt.
Trotz aller Erfahrung habe er sich in Dieburg erst einarbeiten müssen. Denn: „Jeder Kreisverband ist eigenständig und soll es auch bleiben“, betont er. Die Geschäftsführung in zwei Verbänden zu übernehmen bezeichnet er als Herausforderung. Die Unabhängigkeit beider Seiten solle gewahrt bleiben, zugleich aber Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausgebaut werden. Wittwer ist überzeugt, dass die Verbände voneinander profitieren können. So sei ein gemeinsamer Ausbildungs- und Lehrgangsplan, wie er eingeführt wurde, auch für die Ehrenamtlichen sinnvoll.
„Lehrgänge nehmen oft mehrere Wochenenden in Anspruch. Die Teilnehmer richten ihre gesamte Freizeit danach, deshalb ist es ärgerlich, wenn ein Kurs wegen zu geringer Anmeldungen ausfällt. Mit einem gemeinsamen Lehrgangsplan können wir das vermeiden.“ Für Hilfsorganisationen und Wohlfahrtsverbände sei es ohnehin schwierig, Mitglieder zu gewinnen. Zwar befinde sich der Dieburger Kreisverband mit zahlreichen Mitgliedern in einer komfortablen Lage.
Doch „um Nachwuchs zu gewinnen, muss man das Ehrenamt attraktiv machen“, sagt Wittwer. Die „Zeitspende“ ist ein Modell, das er im Dieburger Verbandsgebiet vermehrt anbieten möchte. „Viele Bürger wollen sich ehrenamtlich einsetzen, haben aber nur ein knappes Zeitkontingent. Bei Blutspendeterminen oder Veranstaltungen in unseren Seniorenclubs sind sie willkommene Helfer.“ Für Schüler sollen in der Verwaltung Praktikumsplätze angeboten werden, und auch im Jugend-Rot-Kreuz und dem Schulsanitätsdienst sind Projekte geplant.
In den vier Monaten, die er nun in Dieburg tätig ist, hat Tim Wittwer zwei Ein-Euro-Jobber eingestellt, zwei weitere sollen folgen. Ziel ist es, Langzeitarbeitslose wieder in ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis zu bringen. „In Darmstadt ist uns das bereits in elf Fällen gelungen.“ Beschäftigungsmöglichkeiten gebe es reichlich, vom Fahrdienst bis zur Erste-Hilfe-Ausbildung.

Quelle: Darmstädter Echo, 17.01.2012

17. Januar 2012 00:00 Uhr. Alter: 7 Jahre

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